Geschäftsführerin der Manufaktur Fürstenberg, Cornelia Abbé, begrüßte mehr als 160 Besucher und dankte allen, die zum Gelingen dieses Großprojekts beigetragen haben. Zahlreiche Förderinstitutionen haben die Ausstellung unterstützt, darunter so namhafte wie die Kulturstiftung der Länder, was für die Güte des Ausstellungskonzepts spricht. Der FFP hat sich ebenfalls finanziell engagiert und einige Mitglieder konnten Exponate zur Verfügung stellen.
Museumsleiter Dr. Christian Lechelt machte deutlich, wie vielschichtig das Thema Erotik ist und wie es in der Geschichte des europäischen Porzellans immer präsent war. Objekte aus 300 Jahren künden von dem vorherrschend männlichen Blick, binären Rollenbildern, von gesellschaftlichen Stereotypen und einem bis in die Gegenwart vorherrschenden heteronormativen Wertesystem. Das alles finden wir in der Porzellankunst: in Körperbildern und in den Facetten von Lust und Liebe. Diese beiden Ausstellungsteile zeigen hochqualitative Leihgaben aus Museen und von privaten Leihgebern. Die Objekte amüsieren uns und werfen gleichzeitig gesellschaftskritische Fragen auf, ohne jedoch ideologisch belehrend oder obszön zu wirken – hieran zeigt sich das äußerst gelungene Konzept der Ausstellung. Dem Material selbst wird ein weiterer Ausstellungsteil gewidmet: Materialerotik. Schließlich wird eine augenzwinkernde Perspektive auf die Lust am Sammeln von Porzellan geöffnet: Sammellust. Beachtenswert ist auch die Inszenierung der Objekte, die die Museumsleitung zusammen mit Designer Wolfgang Hartauer entwickelt hat: preist hier eine Hand fragwürdige Inhalte an, öffnet sich dort eine Schublade und gewährt intime Einblicke. Vieles gibt es zu entdecken.