Der edle Akt: Porzellan und Erotik

Ausstellung im Museum Schloss Fürstenberg, 23.05. bis 20.12.2026
DATUM

22.05.2026

  • DATUM : 22.05.2026
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„Nackte Körper, zärtliche Umarmungen, provokante Posen: Die europäische Porzellankunst ist voll von erotischen Motiven und Botschaften – und manchmal scheint das Material selbst zu flirten. Unsere Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzuschauen: Seit dem 18. Jahrhundert spielen Erotik, Sexualität und Geschlecht eine überraschend deutliche Rolle in den zarten, glänzenden Figuren und Gefäßen.“ So bewirbt das Museum Schloss Fürstenberg die große Sonderausstellung.

Impressionen vom Tag der Eröffnung am 22.05.2026; Bilder bitte anklicken.


Geschäftsführerin der Manufaktur Fürstenberg, Cornelia Abbé, begrüßte mehr als 160 Besucher und dankte allen, die zum Gelingen dieses Großprojekts beigetragen haben. Zahlreiche Förderinstitutionen haben die Ausstellung unterstützt, darunter so namhafte wie die Kulturstiftung der Länder, was für die Güte des Ausstellungskonzepts spricht. Der FFP hat sich ebenfalls finanziell engagiert und einige Mitglieder konnten Exponate zur Verfügung stellen.

Museumsleiter Dr. Christian Lechelt machte deutlich, wie vielschichtig das Thema Erotik ist und wie es in der Geschichte des europäischen Porzellans immer präsent war. Objekte aus 300 Jahren künden von dem vorherrschend männlichen Blick, binären Rollenbildern, von gesellschaftlichen Stereotypen und einem bis in die Gegenwart vorherrschenden heteronormativen Wertesystem. Das alles finden wir in der Porzellankunst: in Körperbildern und in den Facetten von Lust und Liebe. Diese beiden Ausstellungsteile zeigen hochqualitative Leihgaben aus Museen und von privaten Leihgebern. Die Objekte amüsieren uns und werfen gleichzeitig gesellschaftskritische Fragen auf, ohne jedoch ideologisch belehrend oder obszön zu wirken – hieran zeigt sich das äußerst gelungene Konzept der Ausstellung. Dem Material selbst wird ein weiterer Ausstellungsteil gewidmet: Materialerotik. Schließlich wird eine augenzwinkernde Perspektive auf die Lust am Sammeln von Porzellan geöffnet: Sammellust. Beachtenswert ist auch die Inszenierung der Objekte, die die Museumsleitung zusammen mit Designer Wolfgang Hartauer entwickelt hat: preist hier eine Hand fragwürdige Inhalte an, öffnet sich dort eine Schublade und gewährt intime Einblicke. Vieles gibt es zu entdecken.


Eine wirklich grandiose Ausstellung, die sich manchmal erst bei genauem Hinsehen erschließt. Ein Booklet zeigt die Themen der Teilbereiche auf und benennt Ausstellungstücke mit Objektdaten und kurzen Erläuterungen. Empfehlenswert sind auch Führungen durch das Museumsteam, das gerne Auskunft zu den vielen konzeptionellen Überlegungen geben, die zu dieser Ausstellung und auch ihrer Präsentation geführt haben. Ein Buch zur Ausstellung ist in Vorbereitung.

Einmal mehr unterstützt der FFP das Museum Schloss Fürstenberg bei der Durchführung einer großen Sonderausstellung. Die Ausstellung wird weiterhin gefördert von:
Kulturstiftung der Länder
Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Braunschweigische Sparkassenstiftung
Stiftung Niedersachsen
Die Braunschweigische Stiftung
Renate Ahrens Stiftung
Stiebel Familienstiftung

Eine ausführlichere Beschreibung und auch das Rahmenprogramm gibt es hier: