Galaabend anlässlich des 20-jährigen Jubiläums unseres Vereins

20 Goldene Jahre
DATUM

31.10.2025

  • DATUM : 31.10.2025
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20 Goldene Jahre – Galaabend im Schloss Fürstenberg anlässlich des 20-jährigen Jubiläums unseres Vereins

Paris im Jahr 1925: “ Expositon internationale des arts décoratifs et industriels modernes“ – eine wichtige internationale Kunstausstellung nach der viel später eine ganze Stilrichtung benannt wurde: Art déco. Heute verbinden wir damit allgemein das, was wir unter den „Goldenen Zwanzigern“ verstehen. Was lag also näher, unser 20-jähriges Vereinsjubiläum mit diesem 100-jährigen Jubiläum zu verbinden.

Kaum betraten die Gäste die gravitätischen Mauern des Fürstenberger Schlosses, war das große Treppenhaus erfüllt von mitreißenden Rhythmen. Schon die ersten Takte des Solling Swing Quartetts ließen keinen Zweifel: Willkommen in den Roaring Twenties! Ein prickelnder Aperitif aus Fürstenberger Champagnerbechern und eine herzliche Ansprache durch den Vorsitzenden Holger Fischer eröffneten den Abend.

Die festlich gedeckten Tafeln im Desoches-Saal waren mit originalen Porzellanen aus den 1920er Jahren gedeckt. Das Porzellan dieser Epoche ist rar, und selbst die besonders eifrigen Sammler der Fürstenberger Art-déco-Porzellane kamen zusammen nur auf 68 Gedecke der Form „Maja“ aus dem Jahr 1928. Dieses Limit wurde voll ausgeschöpft und damit war der Platz zwischen den Vitrinen des Museums gut gefüllt! Die Service-Form „Maja“ wurde im Umkreis des New Yorker Juweliers Tiffany entworfen, der damals Porzellan aus Fürstenberg verkauft hat. Auch die im Zentrum der Tische aufgestellten zauberhaft bemalten Deckeldosen und hoch dekorativen Fürstenberger Vasen zeigen die geradlinige, elegante und luxuriöse Wirkung, die an die zeitgleich errichteten Wolkenkratzer in den USA denken lässt.

Doch nicht nur in Amerika, auch in Paris wurde Maja vertrieben: In der Generalvertretung Fürstenbergs, gelegen auf der Rue de Paradis à Paris, wie eine Postkarte von dort beweist. Und so gab es als Vorspeise eine Kreation, die ein bisschen Pariser Eleganz, Ballet Russe und einen Hauch Berliner Verrücktheit vereinte, serviert auf Tellern, aus denen der Geist New Yorks vor 100 Jahren spricht, jener unerschütterliche Glaube an eine bessere, glänzendere Zukunft.

Speisekarte

Zwischen den Gängen erinnerten die beiden ehemaligen Vorsitzenden Monika Fricke und Thomas Engelke an die Vereinsgeschichte bzw. beschworen den Geist den 1920er Jahre. Nicht zuletzt glänzte dann Jutta Seifert, die mit ihren Bekenntnissen einer Seidenstrumpfproletarierin und Texten u.a. von Kurt Tucholsky und Erich Kästner schauspielerische Minitaturen und poetische Wortkunst kokett, pikant und brillant servierte.

Seit 2005 widmen sich die Freundinnen und Freunde des Vereins mit Hingabe der edelsten aller zerbrechlichen Künste: dem Porzellan. Und trotzdem haben sie in 20 Jahren nicht nur kostbare Tassen für den Schrank gesammelt, sondern auch jede Menge beglückender Momente geteilt, Ausstellungen besucht, Exponate bestaunt, Bildungsreisen organisiert, Werkstattgesprächen gelauscht, gemeinsam getafelt, Musik, Literatur und bildende Kunst
genießen können – und, ja, auch mal das eine oder andere Stück aus Versehen… so sagte es Holger Fischer: „in die ewigen Jagdgründe befördert“.

Menschen mit ganz unterschiedlichen Wurzeln, Geschichten und Beweggründen finden im Freundeskreis zueinander – getragen von gegenseitigem Respekt und verbunden durch Offenheit, Neugier und das gemeinsame Interesse am Austausch. Sie sind ein bisschen wie ein Porzellanservice: Divers in Form und Funktion, aber perfekt, wenn viele zusammenkommen.
Nun sind es 163. Herzlichen Glückwunsch!